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Leber

Die Leber stellt das zentrale Stoffwechselorgan und die größte Drüse des menschlichen Körpers mit einem Gewicht von 1500g dar. Orientiert an der Gefässversorgung wurde die Leber bereits 1957 von Couinaud in zwei Lappen und 8 Segmente eingeteilt. Der linke Leberlappen umfasst die Segmente 2,3,4a/b, der rechte die Segmente 5-8. Der zur Leber gerichtete Blutfluss erfolgt einerseits über die Leberarterie andererseits erreicht das gesamt Blut aus dem Magen-Darmtrakt mit den dort aufgenommen Nährstoffen die Leber durch die Pfortader. Funktionell sind ihre wichtigsten Aufgaben die Verwertung und Speicherung lebenswichtiger Nahrungsbestandteile, die Produktion und Abgabe der Galleflüssigkeit, lebenswichtiger Eiweißstoffe sowie die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten und Giftstoffen. Der Abfluss des Blutes erfolgt über mindestens drei Lebervenen in die untere Hohlvene und schließlich zum Herz und der Lunge.  Einteilung der Leber 1-8 nach Couinaud.

Durch die mittlerweile flächendeckende Anwendung und Verbesserung der abdominellen Ultraschalluntersuchung werden Veränderungen in der Leber, den Gallengängen, der Gallenblase und der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) häufig entdeckt. Keinesfalls muss es sich dabei immer um einen bösartigen Knoten (Karzinom) handeln. Meist wird die Untersuchung durch weitere bildgebende Verfahren wie die kontrastmittelunterstützte Ultraschalluntersuchung, die Kernspintomographie (MRT) oder die Computertomographie ergänzt. Wichtig dabei ist die Abgrenzung zwischen einem gut bzw. bösartigen Prozess. Weiterhin kann die anatomische Lagebeziehung der diagnostizierten Raumforderung zu den zu den Lebersegmenten und den Gefäßstrukturen innerhalb der Leber genau beurteilt werden.

Symptome / Diagnose

Häufig werden zufällig erhöhte Leberwerte im Blut festgestellt. Müdigkeit ist ein typisches Symptom einer Leberentzündung. Eine Gelbsucht (Ikterus) ist ein klares Zeichen zum Beispiel einer infektiösen Hepatitis oder einer Abflussstörung der Gallenwege. Zur Abklärung wird immer zuerst eine Ultraschalluntersuchung und ev. eine Leberbiopsie durchgeführt. Diese Abklärungen werden häufig ambulant in der hepatologischen Sprechstunde durchgeführt.

Finden sich im Ultraschall oder mit einer Computertomographie (CT) Herdbefunde (fokale Läsionen) in der Leber, kann ultraschall-gesteuert oder im CT eine Probe aus dem Leberherd entnommen werden.

Chirurgische Behandlung

Häufig handelt es sich um sehr komplexe bauchchirurgische Eingriffe an der Leber. So benötigen Patienten, bei denen die Notwendigkeit einer Operation am Hepato-Biliären System besteht eine umfangreiche und hochspezialisierte Betreuung, die bereits lange vor dem Eingriff beginnt und sich zunächst bis zur Entlassung aus der stationäre Therapie und selbstverständlich auch über die Rehabilitationsphase hinaus erstreckt.

Ein festes spezialisiertes Ärzteteam von Clarunis gewährleistet die optimale Versorgung und Behandlung, so dass Sie immer einen kompetenten Ansprechpartner, bereits ab dem Zeitpunkt der Erstvorstellung haben. Erweitert wird das chirurgische und hepatologische durch eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen (Onkologie, Radiologie, Strahlentherapie, Anästhesie/ Intensivmedizin, Ernährungsmedizin und Physiotherapie). Weiterhin bieten wir Patienten mit bösartigen Erkrankungen des Hepato-Biliären-Systems neben einer interdisziplinären Vorstellung im Rahmen des wöchentlich stattfindenden zertifizierten Tumorboards eine enge Zusammenarbeit mit dem psycho-onkologischen Dienst unseres Hauses an.

Neben den modernsten offenen Operations- und Resektionstechniken im Bereich der Leber bieten wir unseren Patienten bei gegebener Indikation auch laparoskopische Operationsverfahren an. Diese führen wir u.a. bei der Therapie von symptomatischen Leberzysten sowie Leberteilesektionen durch.

Die postoperative Behandlung nach resezierenden Eingriffen an Leber und Gallengängen mit Rekonstruktion des Galleabflusses in die Magen-Darm-Passage erstreckt sich neben einer engmaschigen Ernährungsberatung und frühzeitig beginnenden physiotherapeutischen Therapie mittelfristig auf eine postoperative Anschlussheilbehandlung, die wir für unsere Patienten organisieren und anmelden.

Im Anschluss an die Operation und nach Eingang der abschließenden Untersuchungen werden alle Ergebnisse unter Einbeziehung des operativen Befundes und der mikroskopischen-pathologischen Wertung und Einteilung erneut in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz diskutiert. Unser Ärzteteam aus den verschiedenen Fachrichtungen sichert unseren Patienten die beste medizinische Versorgung und erarbeitet ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept insbesondere unter Einbeziehung chemotherapeutischer Möglichkeit.

 

Zur Verbesserung der Planungssicherheit insbesondere bei voroperierten Patienten, die bereits einmal oder mehrfach an der Leber operiert wurden, wenden wir in unserer Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie neben einer Volumenbestimmung der Leberlappen auch eine dreidimensionale Darstellung des Organs und seiner zu und abführenden Gefäße innerhalb des Lebergewebes an. Das stellt die modernste Technik der Operationsplanung mit dem Ziel eine möglichst gewebesparende Resektion durchzuführen dar. Somit können wir die Belastung und gleichzeitig die postoperative Komplikationsrate deutlich senken. Weiterhin können, falls erforderlich, Anschlusstherapien frühzeitiger begonnen werden.